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Sardische Sprache
Was ist sie?
Sardisch ist heute eine lateinische Sprache der westlichen Gruppe und ist somit eng mit Französich, Katalanisch, Occitanisch, Kastillanisch und Portogiesich verwandt. Wie alle lateinischen Sprachen ist sie aus dem Zusammentreff des Lateinischen der militärischen Besatztern und der Sprachen der Ureinwohner Sardiniens entstanden, d.h. das Phönizisch-punisch und nuragisch.

Die sardische Sprache hat vieles des vorlateinischen Substrat behalten, wie die Vorsetzung des Vokals A in den Worten die mit R anfangen, ein Fenomen das nur in der kampidanesichen Variante des sardischen und in der baskischen Sprache, zu finden ist, die ebenfalls vorindoeuropäisch ist.

Die ersten Schriften auf sardisch stammen aus der zweiten Hälfte des zweiten Jahrtausendm, um genauer zu sein ist die älteste Urkunde auf vulgär-sardisch ist die Carta Volgare des Richters Torchitorio aus Casteddu/Cagliari (auf kampidansich)

Im Laufe des Mittelalters hatte das sardische eine große Produktion, da es die Sprache der öffentlichen Verwaltung war. Seit dem 13. jahrhundert, als die politische Unabhängigkeit verloren ging, wurde das Sardische nicht mehr offiziell benutzt, blieb aber die Sprache des Volkes.

Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurde die sardische Sprache völlig von den Schulen entfernt und wurde Opfer einer, ist von der italienischen Sprache beeinflusst und lediglich auf den familiären und theatralischen Gebrauch zurückgedrängt worden.

In den neunziger Jahren fand endlich die politische Anerkennung der sardischen Sprache als Kultursprache statt, dank der Gesetzen (27/97) der Autonomen Region von Sardinien und (482/99) des italienischen Staates.

Die beiden Gesetzen schützen die sardische Sprache und erlauben die Doppelsprachigkeit in den Schulen und öffentlichen Verwaltungen. Die sardische Sprachminderheit ist die größte innerhalb des italienischen Staates.

 
Graphik und Entwicklung von Sergio Durzu